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Kostenlose Entscheidungshilfe · Organotrope Homöopathie

Aconitum oder
Belladonna?

Die zwei häufigsten Fiebermittel der Homöopathie — und die eine Frage, die sofort Klarheit bringt.

Stephanie Meurer · Heilpraktikerin & Dozentin · Homöopathie seit 2005
Beide Mittel kommen plötzlich, heftig, mit hohem Fieber.
Und genau da verwechselt man sie. Dieses Tool zeigt dir den Unterschied — in Sekunden.
Auf einen Blick
Aconitum
Eisenhut
Beginn
Blitzartig
Haut
Trocken, heiß
Schweiß
Kaum
Durst
Groß, auf Kaltes
Angst
Ja, bis Todesangst
Unruhe
Sehr ausgeprägt
Kopf/Füße
Alles gleichmäßig heiß
Verlauf
Gleichbleibend akut
Kausa
Kalter Wind, Schock
Belladonna
Tollkirsche
Beginn
Plötzlich
Haut
Feucht, schwitzig
Schweiß
Am Kopf besonders
Durst
Wenig oder keiner
Angst
Weniger im Vordergrund
Unruhe
Eher ruhig, liegt da
Kopf/Füße
Kopf heiß, Füße kalt
Verlauf
Wellenartig (abends ↑)
Kausa
Kälte am Kopf, nasse Haare
Entscheide jetzt
Wie ist die Haut?
Aconitum Trocken und heiß — kein Schweiß
Belladonna Feucht — schwitzt, besonders am Kopf
Wie ist das Kind / der Patient?
Aconitum Unruhig, ängstlich, kann nicht stillliegen
Belladonna Liegt ruhig da, empfindlich auf Licht & Lärm
Wie ist der Kopf im Vergleich zu den Füßen?
Aconitum Alles gleichmäßig heiß
Belladonna Kopf glühend heiß — Hände und Füße kalt
Aconitum napellus
Der Eisenhut — schnell und ohne Zögern

Aconitum kommt wie ein Sturm — und geht auch wieder. Die Dynamik ist das Entscheidende: kein Schweiß, große Unruhe, Angst, trockene Hitze. Boericke beschreibt es treffend als das Mittel der plötzlichen, intensiven Reaktion auf Kälteeinwirkung. Wenn ein Kind aus dem Kindergarten kommt und innerhalb von zwei Stunden 40° Fieber hat — dann ist Aconitum fast immer die erste Wahl.

Dosierung: C30 Doppelgabe, dann alle 30 Minuten eine Gabe für 2 Stunden. Mit Besserung sofort reduzieren — Aconitum wirkt schnell, aber die Wirkdauer ist kurz.
Belladonna
Die Tollkirsche — roter Kopf, kalte Füße

Das klassische Bild: glühendes, rotes Gesicht, kalte Hände und Füße, Schweiß am Kopf. Der Blutandrang zum Kopf ist das Leitmotiv. Boericke nennt diesen Zustand «throbbing» — ein pochender, sich füllender Zustand. Typische Kausa ist die Abkühlung am Kopf: nasse Haare, Friseurbesuch im Winter, Kälteeinwirkung direkt auf den Kopf. Der Verlauf ist wellenartig — morgens oft schon besser, abends wieder schlimmer.

Dosierung: C30 Doppelgabe, dann alle 30 Minuten für 2 Stunden. Danach dreimal täglich weiter, solange Symptome bestehen.
Die zwei Schlüsselfragen
🔑

Frage 1: Schwitzt der Patient?

Kein Schweiß → Aconitum. Schweiß vorhanden, besonders am Kopf → Belladonna. Das ist die schnellste Unterscheidung.

🔑

Frage 2: Kopf heiß, Füße kalt?

Dieses klassische Bild — heißer Kopf, kalte Extremitäten — gehört exklusiv zu Belladonna. Bei Aconitum ist alles gleichmäßig heiß.

Aconitum: Das Schockmittel

Rajan Sankaran ordnet Aconitum dem akuten Miasma zu — das akuteste aller Mittel. Die Todesangst ist keine Übertreibung, sondern ein echtes Leitsymptom.

»Plötzlich, intensiv, mit einer sehr aktiven Dynamik — und ebenso schnell wieder weg.«
🩸

Belladonna: Die rote Tomate

So wird Belladonna unter Homöopathen gerne genannt. Der Blutandrang zum Kopf erklärt alles: das rote Gesicht, den pochenden Kopfschmerz, die Lichtempfindlichkeit.

»Heißer Kopf, kalte Füße — man sieht es schon von der Tür aus.«
Zum Weiterlesen

Quellen

William Boericke: Homöopathische Mittel und ihre Wirkungen — Materia Medica und Repertorium
Rajan Sankaran: Die Seele der Remedies — zur miasmatischen Einordnung von Aconitum
Ravi Reu: Kinder mit Homöopathie behandeln, S. 118 — Aconitum-Fieber
Ravi Reu: Selbstheilung durch Homöopathie — Belladonna-Bild beim Kind

Das war erst der Anfang.

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Stephanie Meurer · Heilpraktikerin seit 2005 · Dozentin seit 2014