Die zwei häufigsten Fiebermittel der Homöopathie — und die eine Frage, die sofort Klarheit bringt.
Aconitum kommt wie ein Sturm — und geht auch wieder. Die Dynamik ist das Entscheidende: kein Schweiß, große Unruhe, Angst, trockene Hitze. Boericke beschreibt es treffend als das Mittel der plötzlichen, intensiven Reaktion auf Kälteeinwirkung. Wenn ein Kind aus dem Kindergarten kommt und innerhalb von zwei Stunden 40° Fieber hat — dann ist Aconitum fast immer die erste Wahl.
Das klassische Bild: glühendes, rotes Gesicht, kalte Hände und Füße, Schweiß am Kopf. Der Blutandrang zum Kopf ist das Leitmotiv. Boericke nennt diesen Zustand «throbbing» — ein pochender, sich füllender Zustand. Typische Kausa ist die Abkühlung am Kopf: nasse Haare, Friseurbesuch im Winter, Kälteeinwirkung direkt auf den Kopf. Der Verlauf ist wellenartig — morgens oft schon besser, abends wieder schlimmer.
Kein Schweiß → Aconitum. Schweiß vorhanden, besonders am Kopf → Belladonna. Das ist die schnellste Unterscheidung.
Dieses klassische Bild — heißer Kopf, kalte Extremitäten — gehört exklusiv zu Belladonna. Bei Aconitum ist alles gleichmäßig heiß.
Rajan Sankaran ordnet Aconitum dem akuten Miasma zu — das akuteste aller Mittel. Die Todesangst ist keine Übertreibung, sondern ein echtes Leitsymptom.
So wird Belladonna unter Homöopathen gerne genannt. Der Blutandrang zum Kopf erklärt alles: das rote Gesicht, den pochenden Kopfschmerz, die Lichtempfindlichkeit.
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